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Antisemitismus-Vorwurf gegen den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein – Den Nahostkonflikt verstehen lernen“

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Wir weigern uns Feinde zu sein_Anlage-1

 

Presseerklärung

zu: Antisemitismus-Vorwurf_Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen Nürnberger Bürgermeister

 

Presseerklärung von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde, zum Antisemitismus-Vorwurf von dem Nürnberger Bürgermeister Dr. Klemens Gsell und von Pastors Hansjürgen Kitzinger gegen unseren Film „Wir weigern uns Feinde zu sein – den Nahostkonflikt verstehen lernen“.

 

Mit einem Boykottaufruf verhindern der Bürgermeister Dr. Klemens Gsell und freikirchliche Pastor Hansjürgen Kitzinger, dass der Film „Wir weigern uns Feinde zu sein – den Nahostkonflikt verstehen lernen“ an den städtischen Schulen in Nürnberg im Unterricht verwendet werden darf.

Herr Dr. Gsell und Pastor Kitzinger begründen ihren Boykottaufruf unter anderem mit folgenden Behauptungen und Bewertungen: Dass der Film „Antisemitismus und Antisraelismus“ in Deutschland fördere, dass er „die Neo-Nazi-Szene und andere israelfeindliche Gruppierungen mit vorhandenem Gewaltpotential unterstützt“.

 

Als Autoren des Films verwahren wir uns nachdrücklich gegen diese rufschädigenden Behauptungen. Sie sind ein Eingriff in unser Persönlichkeitsrecht und unsere Berufstätigkeit und schädigen zudem unsere allgemeine Kreditwürdigkeit.

Da sie zudem die Merkmale einer Kampagne aufweisen, haben wir die Herren Dr. Gsell und Kitzinger aufgefordert, ihre Behauptungen und deren Verbreitung zu unterlassen, weil sie unwahr und unrichtig sind und nicht dem Inhalt des Films entsprechen. Die von uns geforderte Unterlassungsverpflichtungserklärung wurde jedoch nicht abgegeben (Frist bis zum 5. Dezember 2012).

Wir haben deshalb über unseren Anwalt am 11.12.2012 einen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung beim Landgericht Nürnberg–Fürth gestellt, um Herrn Dr. Klemens Gsell und Pastor Hansjürgen Kitzinger zu verbieten, folgende Behauptungen aufrecht zu erhalten und zu verbreiten:

 

1. Der Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ der Terra Media Corp. Stefanie Landgraf und Johannes Gulde GbR enthalte einen Vergleich des Flüchtlingslagers Jenin in der Westbank mit dem Warschauer Ghetto.

2. Der Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ der Terra Media Corp. Stefanie Landgraf und Johannes Gulde GbR enthalte die Beschuldigung, dass ein jüdisches Museum in Israel den Holocaust instrumentalisiere, um Land zu rauben und Palästinenser zu unterdrücken.

3. Der Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ der Terra Media Corp. Stefanie Landgraf und Johannes Gulde GbR fördere den Antisemitismus in Deutschland.

4. Der Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ der Terra Media Corp. Stefanie Landgraf und Johannes Gulde GbR unterstütze die Neo-Nazi-Szene mit vorhandenem Gewaltpotential in unserem Lande.

 

Ferner wurde beantragt, für jeden Fall der Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu Euro 250.000,00 und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft bis zu sechs Monaten festzusetzen.

 

In seinen veröffentlichten Äußerungen über den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein – den Nahostkonflikt verstehen lernen“ (u.a. in den Nürnberger Nachrichten) unterschlägt der Bürgermeister Dr. Gsell bewusst, dass der Film Teil eines Medienpakets ist. Es handelt sich um eine Schulfassung, die zusammen mit den begleitenden pädagogischen Materialien als Medienpaket im Unterricht eingesetzt wird. (Vertrieb:Filmsortiment Hamburg). Das heißt: zusätzlich zum Film befinden sich auf der DVD noch eine Fülle von didaktischen Begleitmaterialien, die zur direkten Verwendung im Unterricht konzipiert sind und der Lehrkraft die Vorbereitung erleichtern. Neben dem kompletten Filmtext, Resumees der jugendlichen Reiseteilnehmer, Karten und Hintergrundinfos u.a. sind vor allem hervorzuheben: Das Schulbuch des israelisch-palästinensischen Friedensforschungsinstituts PRIME (Peace Research Institute in the Middle-East): „Die Geschichte des Anderen kennen lernen – Israelis und Palästinenser“, mit dem sich die Jugendlichen im Film auf die Reise vorbereitet haben, und der in 13 Kapitel sequenzierte Film mit ausgearbeiteten Fragen für eine abschnittweise Verwendung im Unterricht.


“Wir weigern uns Feinde zu sein“ ist das erste Medienpaket für die Bildungsarbeit in Deutschland, das sich ausführlich mit den unterschiedlich geschichtlichen Darstellungsweisen von Israelis und Palästinensern befasst. Es folgt dabei dem Credo von PRIME „Nur wer die Geschichte seines Feindes kennt – kann sich mit ihm auch verständigen“. Deshalb haben die Jugendlichen auf ihrer Reise gezielt Menschen in Israel und Palästina getroffen, die sich bereits mit der Geschichte des „Feindes“ auseinandergesetzt haben und auf Dialog und Verständigung setzen.

Dieser neue Ansatz, aus der Perspektive beider Seiten den Nahostkonflikt zu behandeln, hat für die Jugendlichen nach eigener Aussage wesentlich zu einem besseren Verständnis der komplexen Thematik beigetragen.

 

Das Medienpaket wird seit Frühjahr 2012 in mehreren Bundesländern im Unterricht erfolgreich verwendet. Eine Lehrerin aus Hannover: „den film wir weigern uns feinde zu sein habe ich mit meiner klasse gesehen. er kam bei den 9.klässlern erstaunlich gut an. sie wurden dadurch auf sehr einfache weise mit dieser komplexen thematik vertraut gemacht.“

Mehrere Schulleitungen haben uns als Autoren des Films/Medienpakets zu ihren Projekttagen eingeladen. Im Rahmen der Lehrerfortbildung konnten wir Film und Medienpaket in Deutschland und in Luxemburg bereits vorstellen und dabei verschiedene Themen aus dem unterschiedlichen Blickwinkel der Konfliktparteien vertiefen.

 

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg empfiehlt den Film explizit für den Einsatz im Unterricht (Prädikat "Gelber Daumen").

Dieses Medienprojekt wurde von der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, der Robert Bosch Stiftung und dem Auswärtigen Amt gefördert und steht unter der Schirmherrschaft des Landesbischofs a.D. Dr. Johannes Friedrich.

Es wurde von uns unter der Gesamtleitung von Prof. Eckart Bruchner (Direktor der Interfilm-Akademie München/Antwerpen) durchgeführt.

 

Wir werden sehen wie das Nürnberger Gericht entscheiden wird, ob mit oder ohne mündliche Verhandlung, und ob es am Ende notwendig ist, in die Berufung zu gehen oder zu klagen.

Kritik an Israel und seiner Politik wird in Deutschland leider noch immer mit dem Anwurf denunziert, „antisemitisch“ zu sein oder, wie in unserem Fall, sogar als Unterstützung der „Neo-Nazi-Szene“ gewertet. Und das ausgerechnet bei einem Film, in dem Israelis und Palästinenser sich auf der Basis von Menschen- und Völkerrecht für eine Verständigung einsetzen!

 

München, 12. Dezember 2012

Stefanie Landgraf und Johannes Gulde

 

Weitere Informationen: Evangelische Medienzentrale Nürnberg http://www.emzbayern.de/cms/index.php?id=73&tx_ttnews[tt_news]=637&tx_ttnews[backPid]=12&cHash=d054a3ef24

Terramedia Corp. Landgraf & Gulde, ua. Pressestimmen zum Film

http://www.terramedia-online.de/aktuelles/filme-palaestina.html

 

 

Terra Media Corp. Landgraf & Gulde GbR Bunzlauerstr. 42a 80992 München

Tel. 089 3543118 E-Mail: info(at)terramedia-online.de www.terramedia-online.de

 

 

Anhang 2 zur Presseerklärung vom 12.12.2012

Zu: Antisemitismus-Vorwurf_Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen Nürnberger Bürgermeister

 

1. Synopse des Films „Wir weigern uns Feinde zu sein“

Der Film dokumentiert eine Begegnungsreise von zwölf jungen Deutschen durch die Krisenregion Nahost im Jahr 2011. Sie wollen versuchen, Israelis und Palästinenser im Kontext ihrer jeweiligen Geschichte wahrzunehmen. Im Gepäck der 16- bis 22-Jährigen: das Schulbuch des israelisch-palästinensischen Friedensforschungsinstituts PRIME : „Die Geschichte des Anderen kennenlernen: Israelis und Palästinenser“.

Der Film erzählt aus der Sicht der Jugendlichen ihre Erlebnisse in Israel und Palästina (Westjordanland), erzählt von Menschen, die sie beeindrucken, weil sie neue Wege der Verständigung gehen. Ihre Fragen, auch was sie bewegt und schockiert, besprechen sie mit ihren beiden Begleitern, der Israelin (Tochter von Holocaust-Überlebenden) und einem Palästinenser (ehemals Widerstandskämpfer gegen die Besatzung). Die Jugendlichen erleben, dass beide sich nicht mehr als Feinde begegnen, einen neuen Weg auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses von Menschen- und Völkerrecht gehen.

 

2. Hintergrundinfo zum Medienprojekt „Wir weigern uns Feinde zu sein“

Das gesamte Projekt (Reise der Jugendlichen, Film und Medienpaket) beruht auf dem ungewöhnlichen Schulbuch „Die Geschichte des Anderen kennen lernen – Israelis und Palästinenser“ , das vom israelisch-palästinensischen Friedensinstitut PRIME in Jerusalem erarbeitet wurde und im Medienpaket als PDF-Datei beigefügt ist. Es beschreibt die israelische und palästinensische Geschichte des 20. Jahrhunderts aus den gegensätzlichen Perspektiven der beiden Konfliktparteien. Eine Spalte bildet die israelische Sicht auf die Ereignisse ab, daneben findet man die palästinensische Sicht. Zu ein und denselben Fakten gibt es unterschiedliche Interpretationen. Das Jahr 1948 etwa erinnern die Israelis als das Jahr der Staatsgründung und des Unabhängigkeitskriegs, für die Palästinenser ist es das Jahr der Katastrophe („Al-Naqbah“) mit Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat.

 

Die Verfasser des Schulbuchs, der israelische Psychologe Dan Bar-On (1938-2008) und der palästinensische Pädagogikwissenschaftler Sami Adwan hatten bei der Durchsicht palästinensischer und israelischer Geschichtsbücher festgestellt, dass darin die Erfahrungen und das Leid der jeweils anderen Seite nicht vorkommen. In den palästinensischen Büchern wird der Holocaust verschwiegen, in den israelischen Lehrmaterialien das Trauma der Vertreibung der Palästinenser ignoriert. Auch die jeweilige Geschichte und Kultur werden in den Büchern nicht behandelt. Geschichtsunterricht, so die Autoren, sei damit einseitig und im Wesentlichen darauf gerichtet, das Handeln der eigenen Seite zu rechtfertigen und das Bild des Anderen zu verdunkeln. Die Wissenschaftler teilen die Überzeugung, „dass die Überwindung von Feindschaft in den Köpfen beginnen muss und dass die Grundlagen für Verständigung in der Schule gelegt werden müssen… weil ein gegenseitiges Verständnis nur durch Kenntnis der jeweiligen anderen Narration möglich ist“.

 

Dieser Ansatz von PRIME war der Ausgangspunkt für unser Medienprojekt. Er hat den Jugendlichen nach eigener Aussage die Perspektive eröffnet, den Konflikt aus der Sichtweise beider Seiten wahrzunehmen.

 

Weitere Informationen: Evangelische Medienzentrale Nürnberg

http://www.emzbayern.de/cms/index.php?id=73&tx_ttnews[tt_news]=637&tx_ttnews[backPid]=12&cHash=d054a3ef24

Terramedia Corp. Landgraf & Gulde, ua. Pressestimmen zum Film

http://www.terramedia-online.de/aktuelles/filme-palaestina.html

 

 

Terra Media Corp. Landgraf & Gulde GbR Bunzlauerstr. 42a 80992 München

Tel. 089 3543118 E-Mail: info(at)terramedia-online.de www.terramedia-online.de

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