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Frank Dörfel: Veranstaltungen zu Nahost im deutschsprachigen Raum ab 4.9.14

Liebe Freunde, liebe an Nahost Interessierte,
 
diesmal haben wir uns bei einer auf Nahost bezogenen Veranstaltung etwas schwer getan, dies in den Kalender einzubringen: 
Am 14.9. wird in Berlin eine Kundgebung des Zentralrates der Juden stattfinden, bei der laut Ankündigung des rbb (http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2014/08/zentralrat-der-juden-ruft-zu-protest-gegen-antisemitismus-auf.html ) neben der Bundeskanzlerin u.a. auch Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der EKD, sowie der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sprechen sollen.
 
Dem Titel dieser Veranstaltung kann nicht widersprochen werden, doch schon das Logo mit dem Davidsstern und den Farben der Flagge Israels macht klar, was hier geschieht und wozu sich die Redner einspannen lassen:  Die seit Jahren laufende bewusste Vermengung von Israelkritik und „Antisemitismus“ geht weiter.  Sie hat seit dem schrecklichen Geschehen in Gaza eine neue Eskalationsstufe erreicht.  Da der Protest gegen das Verhalten Israels und der international geäußerte Abscheu sogar gelegentlich (sehr selten, das Beispiel des Journalisten Martin Lejeune — s. z.B. http://martin-lejeune.tumblr.com/ — zeigte uns in den letzten Wochen wieder, in welchem Maße unsere Medien unter Kontrolle sind!) auf unsere Medien überschwappt, ja, da sogar unser Außenminister gelegentlich kritische Töne verlauten lässt, muss über die entsetzlichen Bilder und grauenerregenden Nachrichten die bewährte Propagandasoße der Antisemitismusvorwürfe gegossen werden.
Wir sahen uns plötzlich konfrontiert mit dem Vorwurf, eben diesem Antisemitismus Vorschub zu leisten, indem wir mit den verzweifelten Palästinensern auf die Straße gingen und auf dem Kurfürstendamm, an der Gedächtniskirche, auf dem Potsdamer Platz, Unter den Linden und an anderen Orten in Berlin und anderswo (u.a. auch in Genf) unsere Solidarität zu Ausdruck brachten.  Ja, auch wir ließen uns mitreißen von den Sprechchören und riefen mit „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“ oder „Kindermörder Israel“ – macht uns das zu Antisemiten?  Wir haben uns die Videos, die im Internet zu finden sind und mit denen in den Medien „bewiesen“ wird, dass hier Antisemitismus im Spiel sei, genau angesehen, besonders die von den Demos, bei denen wir waren.  Und schließlich reduzierten sich die Beweismittel auf die Bilder einiger tätowierter mitteljunger Männer, auf deren Tattoos Anzeichen von Antisemitismus und sogar Hitler-Verehrung gesehen wurden.  Also: wir haben diese Typen nicht beobachten können, wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass –falls diese Sequenzen der Filmaufnahmen überhaupt echt sind—hier Provokateure agierten, die helfen sollten, das „rechte“ Bild zu produzieren.
Wir haben die Hoffnung, dass die Absurdität der Unterstellungen allmählich so deutlich wird, dass diese Verleumdungen kontra-„produktiv“ wirken.   Vielleicht denken auch Schneider und Marx noch einmal darüber nach, welcher vergiftenden Propaganda sie auf den Leim gehen.
 

 

Apropos Propaganda:   Vor einigen Tagen schickte uns ein Bekannter dieses Bild:
 
Es ist das Titelbild des aktuellen Heftes der „Jüdische Volkshochschule“ (http://www.jvhs.de/).  So ein Foto in dieser Zeit der Verzweiflung zu veröffentlichen als Titelbild eines Veranstaltungsprogramms und darin noch u.a. diese „Girls“ zu charakterisieren mit „fröhlich und stolz auf ihren Einsatz für ihr Land“ – das zeugt von einem gestörten Verhältnis zur politischen Realität.  Dennoch, einige der Vorträge der JVHS haben in in das Programm aufgenommen…
 
Doch es gibt auch eine Fülle von Veranstaltungen, die wir sehr gern aufgenommen haben. Hier nur einige davon als Beispiele:
  • Reuven Moskovitz, der unermüdliche Mahner für Frieden, tourt wieder durch Deutschalnd. Wir haben versucht, alle uns bekanntgegebenen Termine aufzunehmen
  • In Wien findet eine ganze Anzahl von wichtigen Veranstaltungen statt – sehr gut gemacht ist das Flugblatt der Frauen in Schwarz, s. http://www.palaestina-heute.de/Veranstaltungen/September_2014/0906_Wien_a/0906_wien_a.html für ihre Mahnwache am kommenden Samstag, 6.9., Wien, Graben/Pestsäule ab 14 Uhr
  • In Hannover findet ab 23.9. die „6. FILISTINA 2014“ statt mit vielen wichtigen Veranstaltungen
  • In Hamburg läuft noch die Ausstellung „Mauern überwinden“ mit ihrem wichtigen Begleitprogramm
  • Gabi Weber setzt die Veranstaltungen von Café Palestine Freiburg fort
  • Im Oktober und im November wird Sumaya Farhat.Naser wieder eine Lesereise machen mit Stationen in Flensburg, Hamburg, Bonn, Düsseldorf, Brühl, Speyer, Kaiserslautern, Neustadt an der Weinstraße, Karlsruhe, Wiesloch sowie ei der Schweiz in Spiez, Muri, Bülach
  • und und und …
So, das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was im Veranstaltungskalender zu finden ist, ein Ausschnitt, der dazu anregen soll, im Kalender zu stöbern.
Wir danken denen, die uns über Veranstaltungen informiert haben.  Fehler und Auslassungen bitten wir zu melden.
Und eine letzte Meldung für Menschen in Berlin: gerade erreicht uns von
Karame e.V. Wilhelmshavener Straße 22 U-Bahn: Birkenstraße
die Einladung zu einer Veranstaltung HEUTE  18:15 :
Abed Schoukry, Palästinenser aus Gaza, ist seit gestern in Berlin und informiert über die jüngsten israelischen Angriffe. Wie hat er bzw. seine Familie die letzten Angriffe erlebt. Sein Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde wird von kurzen Videos aus Gaza begleitet. Außerdem wird der Frage nachgegangen, was auf politischer Ebene tatsächlich geschehen muss, damit Gaza nicht ein weiteres Mal israelischen Angriffen ausgesetzt ist.
Vielleicht liest es noch jemand rechtzeitig…
Un außerdem freuen wir uns darauf, dass noch im September eine Veranstaltung zu erwarten ist (wir werden sie hoffentlich rechtzeitig in den Kalender setzten können), bei der auch wieder die wunderbare junge Palästinenserin Faten El-Dabbas zu sehen und zu hören sein wird — wir hängen als Vorgeschmack einen Text an, den sie vor 10 Tagen hier in Berlin gesprochen hat.
Noch ein Hinweis: im On-Line-Kalender haben wir bei den meisten Veranstaltungsorten einen Link auf die Kartendarstellung des Ortes angebracht. Das sollte das Auffinden der Veranstaltungslokale erleichtern!
Herzliche Grüße,
Renate und Frank


Renate und Frank Dörfel
Breisgauer Str. 7    
14129 Berlin   
030-80582724030-80582724

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