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Gabi Weber: „Antisemitismus bleibt nicht ungestört“ – Neue Einschüchterungsversuche gegen Cafe Palestine Freiburg

In den vergangenen dreieinhalb Jahren wurde die Arbeit von Cafe Palestine Freiburg nicht nur durch den Oberbürgermeister oder die Universität Freiburg gemeinsam mit deren Dozenten, dem Holocaust-Spezialisten Heinrich Schwendemann, erschwert. Bekanntlich hat Cafe Palestine Freiburg gegen beide Institutionen vor dem Verwaltungsgericht gewonnen. Auch die Versuche Henryk M. Broders (Deutschlands Hasbara-Spezialist für Islamfragen) in Zusammengang mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und den Antideutschen, Cafe Palestine´s Ruf zu ruinieren, blieben bis jetzt erfolglos.

Anscheinend hat nun aber eine neue Ära der "Kriegsführung" gegen Cafe Palestine Freiburg begonnen.  Da sich der Verein und viele seiner Kooperationspartner in der Vergangenheit nicht durch diese verschiedensten Einschüchterungsversuche davon abhalten ließen, die Informationsarbeit fortzuführen, greifen Zionisten und sonstige Israel-Unterstützer nun zu Guerilla-Methoden.

Am 27.11.13 fand die letzte von drei Veranstaltungen im Rahmen der Palästinatage Freiburg, die sich mit der israelischen Militärmaschinerie beschäftigten, statt. Zu Gast war der israelische Dokumentarfilm "Das Labor – The Lab" gemeinsam mit dessen Regisseur, Yotam Feldman aus Tel Aviv. Der Film enthüllt Machenschaften und Taktiken der israelischen Militärindustrie – Waffenhändler und der Handel mit dem Tod zeigen sich in einem dunklen Licht. Die Filmvorführung fand im Podium der Harmonie-Kinos statt.

Kurz nachdem der Film begonnen hatte, stellten wir fest, dass im Kinosaal drei Wecker postiert worden waren, die auf verschiedene Zeiten programmiert waren und im Verlauf der Vorführung Alarm auslösten.

Da nicht gleich ersichtlich war, was sich hinter den seltsamen Tönen verbarg, dauerte es einige Zeit, bis die kleinen Apparate gefunden wurden. Ein Ziel dieser Aktion könnte gewesen sein, Panik auszulösen und dem Publikum den Eindruck zu vermitteln, es könnte sich um Zeitzünder handeln.

Trotz dieser alarmierenden Störung wurde die Veranstaltung nicht unterbrochen, die Zuschauer ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Nach der regen Diskussion zwischen Regisseur Yotam Feldman und dem engagierten Freiburger Publikum, in dessen Reihen unter anderem Jürgen Grässlin, Deutschlands bekanntester Rüstungsgegner  sowie ein Journalist der ZEIT und auch Julia Littmann von der Badischen Zeitung zu finden waren, wurde uns einer der Wecker gemeinsam mit einem bedruckten Stück Papier überreicht. Auf dem Papier stand: ANTISEMITISMUS BLEIBT NICHT UNGESTÖRT.

Angesichts der gegenwärtig wachsenden Affinität zwischen dem Westen und Iran sowie dem schwindenden Erfolg von israelischen Hasbaraversuchen im Westen, scheinen wir bereits einer neuen, bösartigen Welle von Einschüchterungsversuchen gegenüber zu stehen.

Zu den Veranstaltungen von Cafe Palestine Freiburg sind Alle eingeladen – auch Israelis, Zionisten und andere, die unser Eintreten für Gerechtigkeit ablehnen. Jede/Jeder ist mehr als willkommen, die einzelnen Veranstaltungen zu besuchen und uns argumentativ heraus zu fordern.

Wir glauben nicht an Terror und wir lassen uns nicht einschüchtern!

Im Gegenteil – wir hoffen, dass die Unterstützer Israels all ihren Mut zusammen nehmen, unsere Veranstaltungen zu besuchen und ihre Opposition in angemessener Form zum Ausdruck zu bringen. Dies setzt allerdings voraus, dass zivilisiertes Verhalten, respektvoller Umgang miteinander und wirkliche Gesprächskultur als Grundlagen eines offenen Diskurses vorhanden sind .

Die Geschehnisse wurden bei der Polizei Freiburg zu Protokoll gegeben. Nun wird entschieden, ob es sich um einen Fall für den Staatsschutz, die Staatsanwaltschaft oder die Akten handelt.

Dr. Gabi Weber, Vorstandsvorsitzende Cafe Palestine Freiburg e. V.
 

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