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Institut für Palästinakunde: Genozid in Gaza 2014

 

Ismail Mohammed Bakr (9), ermordet von israelischen Soldaten am Gaza-Strand (16. Juli 14) Im Sommer 2014 findet in Gaza, in einem von Israel errichteten und belagerten Palästinenser-Ghetto, ein genozidales Pogrom der israelischen Armee statt. Ein Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung mit über tausend Toten und 6000 Verletzten, einhergehend mit der Verwüstung ganzer Wohnviertel.

Ein Pogrom eines uniformierten fanatisierten Mobs, der Bomben auf Wohnhäuser wirft, mit Raketen in Appartements schiesst und am Strand spielende Kinder mit Granaten in Stücke schiesst. Ein Pogrom, dass die Palästinenser gefügig machen soll; sie dazu zwingen soll, sich mit einem Leben als rechtlose Gefangene Israels abzufinden, unter der Herrschaft irgendeines palästinensischen Quislings.

Ein Leben in einem israelischen Käfig, umgeben von Zäunen, Mauern und Wach­türmen, besetzt mit israelischen Soldaten, die noch nie gezögert haben auch auf Kinder zu schießen, um die Palästinensern in Schach zu halten. Denn genau das ist und war die Voraussetzung für die Aufrechterhaltung und Expansion des 'Jüdischen Staats' vom Jordan bis zum Mittelmeer.

Nachdem sich die deutschen „Qualitäts-Medien“ in „Neutralität“ üben, den israelischen Käfig ebenso ignorieren wie dessen Wachtürme – die Gewalt der Palästinenser scharf verurteilen, die Proteste gegen die israelischen Verbrechen als antisemitisch diffamieren und den israelischen uniformierten Pogrom-Mob milde tadeln – danach scheint es an der Zeit, das Bild etwas zu korrigieren.

Genozidale Politik ist israelische Normalität

Die Geschichte des modernen Israels ist eine Geschichte genozidaler Kriegsverbrechen an den Palästinensern. Von dem Massaker in Deir Yassin im Jahr 1948, bei dem jüdische Terro­risten 250 Dorfbewohner massakrierten führt eine direkte Linie nach Gaza 2014, wo die Enkel der Verbrecher über 1000 Palästinenser niedergemetzelt haben.

Die Palästinenser zu vertreiben oder zu ermorden um sie auszurauben ist bis heute das strategische Ziel Israels. Denn solch genozidale Methoden waren und sind die Voraussetzung für die Etablierung und Aufrechterhaltung eines von Juden dominierten Staats in Palästina, einem ‚Jüdischen Staat’. Daß es bisher nicht zu einem Massenmord in den Dimensionen der 1940’er Jahre gekommen ist, lag schlicht an einem Mangel an Gelegenheiten. Sobald sich eine kleine Chance dazu bot – sei es im Libanon, sei es in Gaza – nutzte die israelische Führung sie aus, so gut sie konnte.

Gaza ist heute ein Ghetto für mehr als 1.6 Millionen Palästinenser. Rund zwei Drittel davon sind Nachkommen der circa 200.000 Palästinenser, die 1948 durch Massaker – so wie das von Deir Yassin – gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Das bedeutet: Gaza ist ein Kriegsverbrechen, es ist ein Produkt des ersten Kriegsverbrechens Israels in Palästina, seiner Staatsgründung.

Seit 2007, zwei Jahre nach Rückzug der israelischen Armee an den Rand des Gazastreifens, steht Gaza unter israelischer Belagerung. Seine Infrastruktur wurde zerbombt, seine Versorgung blockiert, die Palästinenser wurden gezwungen gleich Maulwürfen Tunnel unter der Grenze nach ägypten zu graben. Eine UN-Studie von 2012 prognostiziert den ökologischen und ökonomischen Kollaps Gazas für das Jahr 2020.

Die militärische Belagerung eines zivilen Ziels, wie Gaza, ist ein Kriegsverbrechen. Die Versuche, die Belagerer mit militärischen Mitteln, inklusive dem Beschuss mit Raketen, zum Abzug zu zwingen ist dagegen Teil des Rechts auf Widerstand der belagerten Palästinenser.

Die Bewohner Gazas haben nie aufgehört gegen ihre Bewacher, Besatzer und Belagerer zu rebellieren. Rebellionen denen jedoch kein Erfolg beschieden war, da die militärische Abschreckungswirkung der unzähligen von Do-it-your­self-Raketen, die im Verlauf der Jahre auf israelischem Gebiet niedergingen, gleich Null ist. Ein Sachverhalt, an dem auch die 'Aufrüstung' mit ernster zu nehmenden Kurzstreckenraketen nichts geändert hat.

Dies hat Israel jedoch nicht davon abgehalten, mehrere mörderische Strafexpeditionen mit tausenden von Toten gegen Gaza zu starten und dabei massive Kriegsverbrechen zu begehen. So ist die aktuell praktizierte Bombardierung von Häusern der Angehörigen der Führer des palästinensischen Widerstands, mit dem erklärten Ziel deren Familien auszulöschen, selbstverständlich ein Kriegsverbrechen. Dasselbe gilt für die Bombardierung von Flüchtlingen, deren Unterkünften oder Krankenhäusern.

Wir fordern

  • 1. An Protesten jedweder Art und Form gegen das Pogrom teilzunehmen oder sie zu organisieren
  • 2. Den Vorhang des Schweigens über die israelischen Kriegsverbrechen zu zerreissen und sich nicht durch das Antisemitismus-Störfeuer beeindrucken zu lassen
  • 3. Die verbrecherische Bombardierung und Belagerung Gazas sofort einzustellen
  • 4. Die Kriegsverbrecher an der israelischen Führung zu verhaften und bei dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor Gericht zu stellen
  • 5. Israel einem Boykott und Embargo zu unterwerfen, bis es die Kriegsverbrechen gestoppt und die Verantwortlichen nach Haag ausgeliefert hat

 (ts)

Quelle: IPK

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