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Yavuz Özoguz: Offener Brief an den Schatzmeister der Urania Berlin

Brief an Dietrich H. Westphal, Schatzmeister der Urania Berlin, zur Absage einer Palästina-Veranstaltung

Sehr geehrter Herr Westphal,

der Friede Gottes sei mit Ihnen. Über die Botschaft der Islamischen Republik Iran habe ich erfahren, dass Sie Verleumdungen gegen meine Person verbreiten und sehe es als meine Pflicht an, darauf zu reagieren.

Sie behaupten in Ihrem Anschreiben an die Botschaft, dass mir in einem Verfahren, bei dem ich im Übrigen NIEMALS rechtskräftig verurteilt worden bin, „Agitation gegen das Judentum“ vorgeworfen sein soll. Diese Aussage ist falsch und stellt eine Verleumdung gegen meine Person und eine Verletzung meiner Persönlichkeitsrechte dar. Die damalige Verteidigung meiner Anwältin, in der auch auf die damaligen Vorwürfe eingegangen wird, können Sie nachlesen unter:

http://www.muslim-markt.de/justicia/stellungnahme.htm

Ich hatte damals – vor über 10 Jahren – kommentarlos Fotos der Nazis und ihrer Verbrechen gegen die Juden neben Fotos der Zionisten und ihre Verbrechen gegen die Palästinenser ins Internet gestellt; etwas was heute Hunderte von Internetseiten ungestraft tun. Zweifelsohne habe ich mich gegen den Zionismus engagiert und werde es in Zukunft noch mehr tun – so Gott will. Aber niemals wurde mir in meinem bisherigen Leben vorgeworfen, ich würde gegen das Judentum agieren, außer von rein zionistischer Hasspropaganda. Das würde auch meinem intensiven Einsatz für das Judentum widersprechen. Im Muslim-Markt habe ich eine sehr berühmte Interviewreihe aufgebaut, in der mir hochrangige Persönlichkeiten Interviews gegen haben, darunter Prof. Dr. Ernst Ulrich Freiherr von Weizsäcker, Dr. Norbert Blüm, Dr. Andreas v.Bülow, Prof. Wolfgang Benz (Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung), Prof. Dr. Johan Galtung (Friedensforscher und Träger des Alternativen Nobelpreises) usw..

Folgende jüdische Personen haben unter anderem dem Muslim-Markt Interviews gegeben:

          Evelyn Hecht-Galinski – Autorin des Buches "Das elfte Gebot: Israel darf alles"

          Dr. Tamar Amar-Dahl – Historikerin an der Humboldt Universität zu Berlin

          Dr. Hajo G. Meyer – ehemaliger Leiter der Phillips Forschungsabteilung und Auschwitzüberlebender

          Prof. Nurit Peled-Elhanan – Friedensaktivistin und Mutter eines Attentatsopfers

          Prof. Malcolm Sylvers – Professor für Geschichte der USA

          Hedy Epstein – Holocaust-Überlebende und Referentin

          Itamar Baum – Dozent für Judaistik und Vorbeter

          Felicia Langer – Menschenrechtsanwältin, Trägerin des alternativen Nobelpreises und Ehrenbürgerin Nazareths

          Lea Rosenzweig, Ehefrau des Oberrabbiners Moische Arie Friedman und Mutter von vier Kindern, die in Wien nicht mehr zur Schule dürfen

          Dr. Norman G. Finkelstein – Historiker und Autor des Buches "Die Holocaust-Industrie

          Gerard Menuhin – ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Yehudi Menuhin Stiftung

          Prof. Dr. phil. Dipl. Theol. Francesca Yardenit Albertini – Lehrstuhl für jüdische Philosophie und Geistesgeschichte an der Hochschule für jüdische Studien

          Shraga Elam – israelischer Recherchierjournalist und Friedensaktivist

Genügt Ihnen diese Liste, um zu erkennen, dass ich – ganz im Gegenteil zu Ihrer Behauptung – das Judentum schütze! Unter den Interviewpartnern sind auch überzeugte religiöse Juden! Glauben Sie ernsthaft, Frau Prof. Nurit Peled-Elhanan hätte sich mit mir unterhalten, wenn Zweifel an meiner Integrität bezüglich des Judentums bestanden hätten? Sie ist schließlich selbst direkt von den Attentaten gegen Israel betroffen, ist doch ihr Sohn Opfer eines solchen Attentates geworden.

Alle Interviews können Sie nachlesen unter:

http://www.muslim-markt.de/interview/interview.htm

 

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie leicht es in diesem Land durch organisierte Verleumdungsaktionen ist, Menschen wie Ihnen ein falsches Bild zu vermitteln. Gut organisierte zionistische Kreise vereinbaren, einen Veranstalter mit Protestbriefen zu bombardieren, wobei einzelne Agitierende von Dutzenden unterschiedlichen Mailern verschiedene vorgefertigte Mails versenden. Ziel ist immer wieder die Verbrechen des Zionismus zu vertuschen.

Sie schreiben weiterhin über meine Wenigkeit, dass der Verfassungsschutz die Seiten des Muslim-Markt beobachten würde. Gibt es irgendeine muslimische Aktivität in Deutschland, die nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird? Haben Sie denn jemals nachgeforscht, wann das war, worin der Vorwurf bestand, und was geschehen ist? Tatsache ist, dass der Muslim-Markt in der Zeit 2006-2009 im Verfassungsschutzbericht erwähnt war mit namentlicher Nennung meiner Wenigkeit, und der einzige Vorwurf bestand darin, dass ich „Antizionist“ bin. Ich war sozusagen der einzige amtlich anerkannte Antizionist Deutschlands. Nach 2009 sind wir aus dem Bericht entfernt worden! Haben Sie jemals die Frage aufgeworfen, wie vielen Muslimen es jemals gelungen ist, vom Verfassungsschutzbericht entfernt zu werden? Wer gibt Ihnen das Recht, eine damalige Nennung im Verfassungsschutzbericht vier Jahre danach als Vorwurf gegen mich zu verwenden, wenn der Verfassungsschutz es selbst nicht mehr tut? Grenzt das nicht an eine weitere Verleumdung?

Des Weiteren schreiben Sie, dass ich das Existenzrecht Israels ablehne. Das stimmt. Ich lehne das Existenzrecht Israels in seiner heutigen Form als rassistischer Staat ab, wie ich einstmals das Existenzrecht Südafrikas als rassistischer Staat abgelehnt habe. Genau so können Sie es in vielen meiner Publikationen nachlesen! Können sie mir bitte erklären, welcher Gedanke dabei der Völkerverständigung widerspricht? Ist nicht der Fortbestand eines rassistischen Staates ein Verbrechen gegen die Völkerverständigung?

Weiterhin schreiben Sie, dass ich „Terrorakte“ gegen Israel als Besatzungsmacht rechtfertigen würde. Haben Sie sich jemals Gedanken darüber gemacht, wie das so „ungestraft“ möglich ist? Tatsache ist, dass nicht nur meine Wenigkeit Verständnis für den bewaffneten Widerstand gegen eine Besatzungsmacht zeigt, sondern es dem Internationalen Recht, dem Völkelrecht und jeglicher menschlicher Vernunft entspricht, dass Besetzte sich gegen ihre Besatzer wehren dürfen. Werden sie in Zukunft jede pro-israelische Veranstaltung in ihren Räumen verbieten, weil Israel die Besatzung mit Waffengewalt aufrecht erhält? Es ist ausschließlich Israel, der vom Internationalen Recht abzulenken versucht. Nicht derjenige steht gegen die Völkerverständigung, der Verständnis für solche Verzweiflungstaten zeigt (wie ich sie genannt habe, was Sie ja bestätigen), sondern derjenige, der die bewaffnete Besatzung unterstützt, wie Sie es offensichtlich tun!

In Ihrer Begründung zur Absage werfen Sie zudem der Referentin Frau Petra Wild vor, dass sie dem Staat Israel einen ethnokratischen Charakter zuschreibe „also einer Ethnie über eine andere, die im Gegensatz zur Demokratie stehe“. Ist denn das unwahr? Israel verlangt von der ganzen Welt als „jüdischer Staat“ anerkannt zu werden. Einheimische israelische Palästinenser (Christen und Muslime) können niemals gleichberechtigte Bürger in solch einem Staat werden. Warum verstößt es gegen den Gedanken der Völkerverständigung auf diesen Rassismus hinzuweisen? Warum sollte das Land nicht ein Staat aller seiner Bürger sein? Warum sollte ein amerikanischer Jude, der niemals in Israel gelebt hat und auch nie dort leben will, mehr Rechte in Israel haben, als ein einheimischer Christ? Sind das nicht klare Zeichen für Rassismus? Warum soll man das nicht aussprechen dürfen? Ist es nicht eher so, dass die Rechtfertigung dieses Rassismus, wie Sie es ganz offensichtlich tun, Ihrer eigenen Satzung eklatant widerspricht?

Ich bin nicht unglücklich darüber, dass Sie die Veranstaltung abgesagt haben. Denn so hat sie auch medial die Aufmerksamkeit erhalten, die sie bei der hochkarätigen Besetzung mit namhaften Referenten, die sich alle für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen, verdient hat. Zuvor sollte sie ja medial totgeschwiegen werden. So Gott will, wird ein alternativer Raum gefunden werden, so dass die Veranstaltung dennoch stattfinden kann.

Ich fordere Sie allerdings auf, in Zukunft Verleumdungen gegen meine Person und auch gegen andere Referenten zu unterlassen, denn das ist eine Straftat in Deutschland! Es wundert mich, dass Sie augenscheinlich mehr Angst vor den Mails der Israel-Lobby in Deutschland haben, als vor dem eigenen Recht und Gesetz, das zu wahren unser aller Aufgabe ist! Sie haben mit Ihrem Verhalten bewiesen, dass auch Deutschland erst dann wirklich frei sein wird, wenn Palästina befreit ist und Juden, Christen und Muslime auch dort in Frieden und gleichberechtigt miteinander leben können.

Für diese Verdeutlichung bin ich dankbar.

Dr. Yavuz Özoguz

PS: Kopien dieser Mail gehen an alle Referenten mit der Freiheit, sie zu veröffentlichen.

Dr. Yavuz Özoguz
(Wissenschaftlicher Leiter der Enzyklopädie des Islam – eslam.de)
Schilfweg 53
D-27751 Delmenhorst

e-Mail: yavuz@muslim-markt.de

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